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Die heutige Umgebung des Résidence Palace ist nicht so grau und eintönig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Nur einen Katzensprung vom Pressezentrum entfernt befinden sich verschiedene international bekannte Sehenswürdigkeiten. Der Besuch der nahegelegenen Plätze Square Marie-Louise, Avenue Palmerston, Square Ambiorix und Square Marguerite belegen, dass Brüssel einst die Hauptstadt des Jugendstils, des "Art nouveau", war. Dieser Teil Brüssels wurde zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und dem Jahrhundertwechsel, der Glanzzeit des Jugendstils, gebaut. Das Van Eetveldehaus Nummer 4 in der Avenue Palmerston wurde von niemandem geringer als Victor Horta selbst entworfen. Mit der Bebauung des engen Grundstücks auf dem Square Ambiorix (Nummer 11) beauftragte Georges de Saint-Cyr den Architekten Gustave Strauven, einen von Hortas Schülern. Dies sind nur zwei der zahlreichen hervorragenden Beispiele des belgischen Jugendstils.
Die Architekten der Jahrhundertwende waren Anhänger der "art-in-the-street"-Kunst. Selbst wenn nicht genug Geld vorhanden war, um ein Haus ganz im Jugendstil zu bauen, wurde dennoch versucht, kleine Jugendstil-Details anzubringen wie eine Türklinke, einen Stiefelkratzer oder Sgraffito-Verzierungen im Jugendstil.
Folglich könnte man die Umgebung dieser Plätze, die manchmal das Nordostviertel genannt werden, als Open Air-Museum des Jugendstils bezeichnen. Da dieser Stadtteil ebenfalls mehrere herrliche Beispiele des eklektischen Baustils jener Periode aufweist, lohnt sich ein Spaziergang auf jeden Fall.
Noch mehr Sehenswürdigkeiten befinden sich auf der anderen Seite des Pressezentrums, im Leopold-Park. Im 19. Jahrhundert befand sich hier für kurze Zeit der Brüsseler Zoo, der später in ein Wissenschaftszentrum umgebaut wurde, das der Freien Universität Brüssel (ULB) angehörte. Eines der Gebäude, die Solvay-Bibliothek, ist ein weiteres hervorragendes Beispiel des Jugendstils. Das Gebäude wurde vor einigen Jahren vollständig restauriert. Am äußersten Ende des Parks befindet sich noch immer das Königliche Institut für Naturwissenschaften, das ebenfalls mehrere herrliche Räume vom Ende des 19. Jahrhunderts zählt. Aber das Institut ist vor allem aus einem ganz anderen Grund bekannt: hier werden die 30 Skelette der Iguanodons, die 1878 in Bernissart (Wallonie) entdeckt wurden, aufbewahrt. Beeindruckende Tiere!
Quellen:
"Encyclopedie van de Art Nouveau, deel 1: Noordoostwijk Brussel" (Sint-Lukasarchief)
"Hebt Leopoldpark, architectuur en natuur", veröffentlicht im Rahmen der Reihe "Brussel, stad van kunst en geschiedenis" durch die Region Brüssel-Hauptstadt und den Solibel Verlag.
Ausführliche Informationen über Brüsseler Sehenswürdigkeiten erteilt das Brüsseler Fremdenverkehrsamt (Tel. 0032/2/513.89.40 oder tourism@brusselsinternational.be).
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